Waschmaschine und Trockner am Lan? - Braucht man das?

Eigentlich ist es eine Kostenfrage. Wenn man Geräte vernetzt, dann möchte man gerne hier einen Informationsaustausch automatisieren, ein Austausch, der ohnehin stattfindet.

Mein PC “hängt” am Internet, ich möchte jemandem eine Nachricht schreiben, starte eine E-Mail-Client und dieser schickt eine Nachricht an meinen SMTP-Server, von dort wird es weiter geleitet und kommt dann hoffentlich irgendwann einmal auch tatsächlich an.

Und nun möchte man Hausgeräte vernetzen, bzw. Leute fragen in einer Gruppe wie E-Home in Xing nach vernetzbaren Trocknern und Waschmaschinen. Meine Frage lautet hier: Mit welchem Ziel?

Wenn ich in einem chemischen Labor ein Infrarotspektrometer, ein Rheometer und einen Gaschromatographen zum Beispiel an einen zentralen Rechner anschließe und über eine Software einen Datenaustausch vornehme, dann habe ich ein sogenanntes LIMS ein Labor Integrations- und Managementsystem. Mit diesem LIMS kann ich die Einzelmessungen automatisch zu einer Art “Messgutachten” zusammenfassen. Da ich täglich Messungen habe an allen drei Geräten und ich täglich diese Messungen zusammenzufassen habe, entsteht hier ein Gerät höherer Produktivität.

Die Frage ist: Welche höhere Produktivität habe ich, wenn ich eine Waschmaschine, einen Trockner, eine Mikrowelle und einen Kühlschrank vernetze? Seien Sie ruhig so frei und fügen Sie hinzu, was Sie an Küchengeräten hinzufügen möchten. Welchen Wert muss ich täglich ablesen im Kühlschrank beispielsweise und dann dem Trockner mitteilen? Ich wüsste hier keinerlei Anwendung und damit eben auch keinerlei Notwendigkeit für einen automatischen Datenaustausch.

In besagtem Xing-Forum wurde dann gesprochen von dem Fall, dass die Waschmaschine im Keller steht und diese eine Nachricht abschickt, die dann über den Fernseher empfangen und angezeigt werden kann. Ich sage bewusst “über den Fernseher” und nicht “mit dem Fernseher”, denn es ist bestimmt kein hauseigener Waschmaschinenfernsehkanal gemeint sondern eher eine Art “Nachricht im Format Bildschirmtext” und zwar unabhängig vom Programm, dass man gerade sieht. Hier stellt sich für mich die Frage, ob sich der Fernseher einzuschalten hat, wenn er gerade mal nicht läuft oder was dann mit der Nachricht passiert.

Außerdem drängt sich mir eine weitere Frage auf. Angenommen, Sie gehen mit Ihrer Frau einkaufen – eine neue Waschmaschine einkaufen – und nun stehen Sie im Laden. Auf der einen Seite gibt es die voll vernetzte bzw. vernetzbare Waschmaschine, bei der Sie sogar die Schleuderdrehzahl der Wäsche noch über Fernbedienung kontrollieren bzw. auch ändern können. Ihre Frau interessiert sich aber für eine andere Waschmaschine. Diese hat eine ähnliche Bedienung wie die, die sie schon seit Jahren hat oder hatte, sie hat aber noch ein Spezialprogramm für die neuen Gardinen zusätzlich. Welche Maschine kaufen Sie? Kaufen Sie die, mit der Ihre Frau problemlos klarkommt, kaufen Sie die, die Sie maximal dreimal ihren neidischen Nachbarn vorführen können – dann spätestens haben die Nacharn auch eine – oder kaufen Sie sogar beide?

Im letzten Fall wäre es sogar gerechtfertigt, eine solche vernetzbare Waschmaschine zu entwickeln, denn in einem solchen Fall wird der Markt für “Waschmaschinen” größer, ohne dass die Menge an waschbarer Wäsche deswegen zunimmt. Aber ansonsten – so denke und hoffe ich – werden Sie die Größe besitzen auf ihren allerliebsten Wunsch zu verzichten und dem Willen Ihrer Frau nachzukommen, auch wenn Sie dafür einige “große Auftritte” absagen müssen.

Übrigens: Ein einfacher Taschenwecker, auf die voraussichtliche Waschzeit eingestellt, klingelt wenn die Wäsche fertig ist. Das funktioniert ganz einfach und ganz ohne Netzwerk und sogar dann, wenn der Fernseher mal defekt ist.

Wenn Sie wirklich einen Trockner oder eine Waschmaschine an ein Lan anschließen wollen, dann sähe ich nur eine Verwendung und das wäre aber nicht eine Kommunikation mit einem anderen Gerät im Haus, sondern eine Kommunikation mit dem Elektrizitätswerk.

Der Trockner oder auch die Waschmaschine müssten dem E-Werk vor der Wäsche eine Bedarfsmitteilung machen, also einfach nur absenden, wie viel Energie wann gebraucht wird und welcher Anteil davon disponierbar ist.

Die Waschmaschine braucht beim Aufheizen (z.B. 95°-Wäsche) und auch der Trockner beim Trocknen entsprechend Strom. Hier könnte das E-Werk dann zum Beispiel Solar- oder Windenergie aufschalten. Fällt der Wind aus – also bleibt das Windrad stehen – dann kann nun das E-Werk die Anweisungen übermitteln, den Heiz- oder Trockenprozess kurzzeitig einzustellen. Damit würde man weniger “Schattenkraftwerke” brauchen.

Denn nach den Aussagen der Initiative Bürger für Technik kennen wir ja die grausame Wahrheit über die Windenergie. Sie ist:

  1. verfügbar nur 3 Monate im Jahr
  2. verfügbar nur wenn der Wind weht
  3. die Windprognosen sind so viel Wert wie die Wettervorhersage
  4. sogenannte “Schattenkraftwerke” (Kohle + Gas + Atomstrom) müssen in Reserve stehen
  5. diese “Schattenkraftwerke” arbeiten in einem Bereich mit sehr schlechtem Wirkungsgrad und produzieren mehr CO2, weil pro kWh mehr Kohle verbraucht wird

Übrigens an anderer Stelle habe ich einmal mündlich Zahlen genannt bekommen und demnach Speisen wir 8% der Energie über Wind und Solarkraftwerke in das öffentliche Netz ein und die Schattenkraftwerke verbrauchen 5%. Damit liefern Wind- und Solarkraftwerke eigentlich nur 3% unseres Strombedarfs.

Bisher jedenfalls ist der Umweltschutz mit Windenergie nur ein Produkt unserer Einbildung. Wenn wir aber den Verbrauch auf diese Art zur Disposition stellen könnten und würden, dann könnte man die Schattenkraftwerke reduzieren und die Bilanz der Windkraftwerke in ganz klein wenig weniger Katastrophal aussehen lassen. “Gut” wäre es dann immer noch nicht. Es wäre nur eine nicht so ganz üble Katastrophe.

Übrigens würde das einen Wasch oder Trockenvorgang höchstens 10 Minuten verzögern. Eine Photovoltaikanlage fällt aus, wenn der eine Wolke vorzieht und ein Windkraftwerk muss ggf. gestoppt und im Stillstand gedreht werden, wenn der Wind dreht. Diese 10 Minuten Geduld und eine relativ überschaubare Elektronik und Kommunikation, die würden den Wirkungsgrad der derzeitigen Anlagen also mehr als verdoppeln.

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— Wolfgang Uhr · Donnerstag November 29, 2007

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Kommentare

  1. rug · Nov 25, 19:25 · #

    Wenn die WA-s mal irgendwann malim LAN sind, dann hat die weiße Mafia auf die bisherige Art nix mehr zu Lachen. Dann wachsen nicht mehr die E-Schrott-Halden mit defekten Programmschaltwerken und Steuerteilen ( wo die End of Life schon vorgeben ist) in den weißen Himmel. Dann ist die Waschhardware relativ einfach und robust wie ein Standart- PC,aber man kann sich von der Mafia dann Freikaufen, in dem man sich so wie man es braucht temporär freischalten lässt (stupide Lizenzpolitik der Neuzeit hal)und die , die da noch Hausfrauen sind, können endlich auch ihre induviduellen Waschprogramme im Haufrauenforum austauschen, diese wie Klingeltöne runterladen oder den effektivsten Waschvorgang im Bekantenkreis bei Kaffee und Kuchen kröhnen.

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Mein Name ist Wolfgang Uhr, ich bin Physiker und entwickle Software im Bereich der Erfassung von Messdaten und deren Verarbeitung. Dies ist meine persönliche Hobbyseite.


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