Angenommen Sie schließen einen Vertrag ab mit einer Firma x und im Kleingedruckten stimmen Sie zu, dass Sie einen Newsletter bekommen. Korrekt ist das nicht aber man will ja nicht jedes Mal sofort Streit. Was also tun?
Auf keinen Fall dürfen Sie die Mail in den Spamordner schieben!
Wir hatten bereits die Komponenten eines Spamfilters kennen gelernt und stehen nun vor dem Problem, dass hinter dem Spamorder
installiert sind.
Es versteht sich von selbst, dass das Melden eines an und für sich legalen Newsletters bei Pyzor oder Razor nichts bringen wird. Solche Meldungen fallen negativ auf und man selbst reduziert nur seinen eigenen Quality-Rank bei Pyzor und Razor.
Was aber zunächst einmal nicht klar ist, das ist die Tatsache, dass es auch ohne diese Rückmeldungen zu Problemen kommen kann.
Wir erinnern uns. Wir haben ein Produkt gekauft. Damit gehört das beworbene Produkt zu unserem Haushalt und das Vokabular um das Produkt herum zum aktiven Wortschatz. Der Newsletter ist vom mathematischen Standpunkt “ham” und zwar 100%tig.
Und der Bayes-Filter ist von der Definition her ein persönlicher Filter. Er lässt ihnen sogar die Freiheit, Pornowerbung – auch Spam – durchzulassen, wenn Sie das wollen. Genau dafür ist er schließlich entwickelt worden. Wenn Sie es auf die Spitze treiben, können Sie sogar nach entsprechenden sexuellen Praktiken sortieren, die in einer Porno-E-mail angesprochen sind. Sie müssten nur entsprechend ham und spam vorsortieren und dann den Filter einlernen. Dann sortiert er die für Sie “interessanten Techniken” aus dem ganzen Spam heraus.
Wenn Sie aber Newsletter in den Spamordner schieben, die Produkte beschreiben, die Sie selbst einsetzen, dann haben Sie verloren. Es wird nur eines geschehen: Ihre Tagespost wandert irgendwann in den Spamordner.
Wenn Sie legale Newsletter aussortieren wollen, dann geht das nur über eine separate Liste. Hier wird zum Beispiel in der “from”-Zeile nachgesehen, von welchem Absender die E-Mail kommt und dann wird diesbezüglich aussortiert. Bei Newslettern können Sie davon ausgehen, dass immer ein Wert in den Maileigenschaften konstant ist und damit ist ein solches Filtern absolut problemlos.
Daher: Nehmen Sie sich diese Zeit für eine saubere Filterung, der Bayesfilter ist viel zu wertvoll, um ihn mit solchen Problemen unbrauchbar zu machen.
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— Wolfgang Uhr · Donnerstag Oktober 25, 2007
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