Christlich soziale Verantwortung oder Gemeinsame soziale Verantwortung

Es ist schon interessant Auf einen Vorschlag bzw. eine Frage hin in einer xing-Gruppe zum Thema CSR und im Bereich des Bloggens habe ich zwei Beiträge geschrieben, einmal über Herrn Deichmann und einmal über die Müllkinder von Kairo. Ich erntete Unverständnis und wurde an einer Stelle sogar gefragt, wann ich nun mein Buch über Deichmann vorstellen und zum Verkauf anbieten würde. Das ist der eine Erfolg – eben Missverstanden sein. Und inzwischen sagen mir meine Logfiles, dass ich sogar Buchwerbung machen könnte für ein Buch über Herrn Deichmann. Der Grund ist einfach: Ich liege mit „deichmann soziale verantwortung“ vor Amazon in den Serps.

Ich möchte an dieser Stelle anfügen, dass mich wirklich das Schicksal nach oben spülte und ich eigentlich gar nicht so sehr diesen Platz wirklich anstrebte. Dessen ungeachtet möchte ich dann aber auch schon die Gelegenheit ergreifen und eine Stellung beziehen.

Innerhalb dieser Diskussion habe ich mich gefragt, warum man unbedingt einen englischen Term eindeutschte und von „corporate“ spricht an stelle von „christlich“. Ein Grund ist naheliegend – jedenfalls wenn man sich ein wenig mit der Literatur befasst – unter „corporate“ fühlen sich eben auch Juden und Muslime angesprochen.

Das allerdings scheint mir für alle Gläubigen aber wiederum eine Falle zu sein. Corporate ist eben auch ein atheistischer Ansatz für eine soziale Verantwortung ohne Gott, eine einfache Ethik wenn man es so sagen soll. Das ist zunächst einmal nicht negativ. Soziale Verantwortung ist ein positives Gut, auf welcher Ebene auch immer. Die Frage bei einem Atheisten zum Beispiel ist: Wem gegenüber ist man verantwortlich?

Dort lautet es schlicht und einfach:

Zielgruppen eines Unternehmens haben ein bestimmtes Bild von Unternehmen, das sogenannte Image (übersetzt laut Duden: „vorgefasstes, festumrissenes Vorstellungsbild, das ein einzelner oder eine Gruppe von einer Einzelperson oder einer Gruppe- oder Sache- hat“). Sein Image sollte ein Unternehmen nicht nur in wirtschaftlich guten Zeiten pflegen, sondern durchgängig daran arbeiten, um einen langfristigen Unternehmenserfolg gewährleisten zu können.

Hier kann man lesen von einem Tabakkonzern, der in einer CSR-Kampagne vom Rauchen der Zigaretten abgeraten habe. Natürlich wäre es dann konsequenter auf die Herstellung von Zigaretten zu verzichten.

Lassen Sie es mich daher so formulieren. Bei corporate ist man verantwortlich gegenüber dem Unternehmen und bei christlich ist man verantwortlich gegenüber Gott. Im ersten Fall kauft man Image ein für den eigenen Betrieb, im zweiten Fall ist man gebunden an die Anweisungen eines höheren Wesens, wobei das Image erst in zweiter Linie wichtig ist so es überhaupt interessant ist.

An der Stelle ist natürlich ein Bedarf da, die Aktivitäten der gläubigen Menschen – Juden, Christen und evtl. Muslime – unter einem Sammelbegriff zusammenzufassen. Hier könnte man von der sozialen Verantwortung zu sprechen, die man Gott gegenüber hat. Es müsste demzufolge „Gottorientierte soziale Verantwortung“ heißen, ein schwieriger Begriff, aber zunächst einmal passend.

Der Unterschied ist dann schnell klar. Ein Tabakkonzern kann nur CSR betreiben, würde er eine Verantwortung sehen einem Gott gegenüber und GSV betreiben, dann müsste er eigentlich seine Existenz beenden.

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— Wolfgang Uhr · Donnerstag Juni 28, 2007

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