Querdenken - Querdenker

Folgt man der Definition in der Wikipedia so findet man folgende Aussage:

Der Querdenker ist ein Mensch, der in seiner Denkweise von dem allgemein üblichen und als normal erachteten Denkroutinen erheblich abweicht und ungewohnte Denkbrücken zu anderen Wissensgebieten schlägt (vgl. Laterales Denken).

Demgegenüber gibt es in xing eine etwas umfangreichere Erklärung des Begriffs Querdenker, die der Gründer der Querdenker-Gruppe Ottmar Ehrl interviewartig gegeben hat.

Wohl auf dieser Basis der Querdenker-Denke gibt es einen Blog für Querdenker, eine Werbeagentur bestehend aus Querdenkern und auch eine querdenkende Agentur für Öffentlichkeitsarbeit. Dabei scheint Querdenken die neue Lösung zu sein für Probleme, die bislang unspezifiziert sind.

Inzwischen entwickelt sich das ganze bei xing hin zum Negativen. Es gibt viele Diskussionen über Verschwörungstheorien, teilweise extrem unsachlich und ohne Eingreifen einer Moderation und ich möchte das “Querdenken” aus meinem beruflichen Profil etwas herausnehmen.

Für mich jedenfalls ist die oben genannte Wikipedia-Definition die Maßgebende. Sie trennt zwischem dem wirklichen Querdenken einerseits und dem Querulant sein resp. dem “unter allen Umständen anders sein wollen”.

Der Querdenker – nach dieser Definition – transportiert Wissen aus dem einen Fachgebiet in ein anderes, bildet Beziehungen zwischen beidem. Durch konsequentes Umsetzen von Analogieschlüssen kann dieser dann das Wissen im neuen Fachgebiet schneller und einfacher aufbauen.

Ein zentrales Werkzeug kann dabei die Mathematik sein, obgleich sie es nicht immer sein muss. Der Mathematiker kennt zum Beispiel den Begriff der Gruppe und wenn er etwas findet – eine Menge von Elementen – dann kann dieser auf Grund weniger Kriterien prüfen, ob diese Menge die Kriterien für eine Gruppe erfüllt. Und wenn das der Fall ist, dann gelten alle Rechenregeln, Sätze und Behauptungen automatisch für die genannte Menge von Elementen (Fettdruck steht für mathematisch definierte Begriffe).

Mathematik ist somit eine recht formale Form des systematischen Querdenkens. Dessen ungeachtet: Der Querdenker muss kein Mathematiker sein. In vielen Fällen ist die Mathematik überhaupt nicht in der Lage, Zusammenhänge in einer Wissenschaft auszudrücken. Dann ist ein Wissenstransfer auch nur “unmathematisch” möglich.

Um einmal einen solchen Querdenkerprozess zu veranschaulichen habe ich zwei weitere Beiträge gepostet. Zum einen habe ich einmal das Spice-Modell beschrieben. Es gibt in der Softwareentwicklung nicht nur Modelle, mit denen die Qualität der Software beschrieben wird, es gibt auch Modelle, die die Qualität des Softwareherstellers beschreiben. Ein solches Modell ist das Spice-Modell. Bei der Beschreibung des Modells hatte ich übersehen, dass der Begriff auch noch anderweitig gebraucht wird. Nach Wikipedia gilt nämlich auch:

Spice ist die Bezeichnung für ein Mischprodukt, hauptsächlich bestehend aus verschiedenen, getrockneten Kräutern und Pflanzenteilen. Die berauschende Wirkung beruht auf dem synthetischen cannabinoidmimetischen Wirkstoff JWH-018. Verwendung findet es als Droge, insbesondere als Ersatz für Cannabisprodukte. Hergestellt wird es von der Londoner Firma The Psyche Deli.

Mit diessem Wirkstoff werde ich mich jedenfalls in dieser Arbeit nicht beschäftigen. Der Beitrag lautet Spice Level – Einfach erklärt!. Dieser Beitrag ist gleichzeitig der Folgebeitrag von diesem hier.

Dann habe ich bei Xing eine Diskussion mit Herrn Manfred Berger von Agenturscouts geführt und dort ging es um die Frage, der Übertragbarkeit von Leistungsmessungen in die Akquise. Der Inhalt ist von hier aus schwer wieder zu geben, es ist eine quergeachte Übertragung von Wissen aus dem Bereich des Spice-Level auf Agenturen für Akquise. An diesem Beispiel sieht man das mögliche Ergebnis eines solchen Prozesses.

Das Querdenken ist somit zunächst einmal nichts ungewöhnliches. Es ist der Transfer eines Wissensmodells von einem Wissensgebiet in ein anderes und zwar je nach problemtopologischer Übereinstimmung mehr oder weniger vollständig.

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— Wolfgang Uhr · Freitag Dezember 19, 2008

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