Networking is a net working but it is net working

Networking is a net working but it is net working

Alleine schon die Überschrift dieses Beitrages ist ein wenig erklärungsbedürftig. Es ist perfektes Denglish und so nicht unbedingt für jeden und jede nachvollziehbar. “Networking” steht hierbei für das “Netzwerken” also eine Tätigkeit bei der man versucht im Internet über das Internet andere Menschen zu erreichen, die als potenzielle Auftraggeber für irgendwas in Frage kommen. Dann steht “net working” einfach als wort wörtliche Übersetzung für “nettes Arbeiten” oder “eine hübsche Arbeit” und “it is net working” schließlich fasst den Erfolg der Tätigkeit zusammen mit. Es kommt nichts dabei raus. Dabei ist nichts vielleicht nicht der richtige Ausdruck aber das Ergebniss ist jedenfalls extrem mager bezogen auf den Aufwand.

Ein Tip von einer Public Relations Fachfrau

Also die URL pr-doktor ist nicht von mir sondern von einer Dr. Kerstin Hoffmann. Und alle die mich kennen, denen muss ich erst mal erklären, dass hier mit PR eben nicht der Pagerank einer Webseite gemeint ist und auch nicht das chemische Symbol von Praseodym sondern der typisch deutsche Begriff “Public Relations”. Frau Dr. Hoffmann macht Öffentlichkeitsarbeit und in dem Zusammenhang gibt sie ein paar Tips auf ihrer Webseite. Einer dieser Tips ist PR-Tipp #1: Machen Sie’s wie im richtigen Leben!

Kennen Sie Menschen, die sich nur dann bei ihren Freunden melden, wenn sie etwas brauchen: Hilfe beim Umzug, Unterstützung, einen Zuhörer in einer Krise? Wie groß ist Ihre Bereitschaft, diese “Freunde” zu unterstützen? Eben!

Auch wenn der Tip in einem anderen Zusammenhang steht, so kann ich nur sagen: Sie sagen es Frau Dr. Hoffmann

Dabei kommt noch eines hinzu, was Sie bislang noch nicht verstanden haben. Die guten Freunde, die nur beim Umzug Hilfe brauchen, die Netzwerken inzwischen auch und das wohl weit besser als alle Netzwerkprofis zusammen.

Dabei sind diese Leute tatsächlich der Meinung, dass man erst mal kostenlos für sie arbeiten müsse um zu beweisen, dass man es könne. Das ist deren Strategie und offenbar auch bei xing.

Die Kostnix-Netzwerker sind überall …

Die Erwartungshaltung für bestimmte Leistungen liegt auf der Ebene von Gratis wobei es wahrscheinlich besser wäre, wenn man noch Geld mitbringt.

Dabei muss ich abgrenzen. Es ist einfach geradezu erholsam wenn man an einem Bloggertreffen teilnimmt oder an einem Treffen der xing-gruppe-Pforzheim und wenn man dann dort den ganzen Abend lang nicht gefragt wird, ob man bei jemandem tapezieren könne oder eine Leitung verlegen oder eine Tür einbauen oder was auch immer.

Es ist der Fluch meines Privatlebens, der mich seit jungen Jahren verfolgt. Ich habe mit 12 das erste mal im Mehrfamilienhaus meiner Eltern in einer komplett zu renovierenden Wohnung die komplette Elektrik verlegt einschließlich des aufhängens eines Zählerkastens. Bei diesem ersten mal ist dann auch tatsächlich ein Elektriker zur Abnahme gekommen und hat alles überprüft. Danach – also bei späteren Wohnungen – hat er nur noch die Überprüfung in Rechnung gestellt.

Ich sollte erwähnen, dass mein Vater einen Betrieb hatte – ganz früher Kohlenhandel und später eine Transportunternehmen. In dem Zusammenhang gab es dann bei uns auf dem Gelände auch eine kleine Autowerkstatt für den Eigenbedarf. Natürlich genügte es mir dann nicht einfach nur ein Auto zu kaufen und zu fahren. Gelegentlich hatte ich dann den Motor mal auseinander genommen, weil was defekt war. Und ich habe den auch wieder zusammen bekommen und konnte weiter fahren. Während meiner Lehre und während meines Studiums hat mein Auto fast nie eine Werkstatt gesehen. Das weitaus Meiste habe ich selbst repariert.

Erst zum Jahrtausendwechsel – als meine Eltern ihr Mehrfamilienhaus verkauften – habe ich dann Grube, Flaschenzug und Werkzeug nicht mehr gehabt und erst dann bin ich nach dem Motto “simplifiy your life” den Weg gegangen, dass ich grundsätzlich überhaupt kein Werkzeug mehr habe für eine Autoreparatur (Elektronikstecker und Quetschverbinder sind hier die wirklich einzige Ausnahme) und damit grundsätzlich für alles in den Werkstatt fahre.

Ja und dann war mein Vater gelernter Schreiner und hatte auch eine solche Schreinerecke nebst Werkzeug. Als Jugendlicher habe ich mir ein Bücherregal gebaut 3,20 Meter breit, 2 Meter hoch und 40 cm Tief. Das war Limba-Echtholzfurnier und das Teil enthielt einigen Bereiche die mit Türen verschließbar waren und eine Glasvitrine. Leider war das Teil nur in voller Breite nutzbar und aufbaubar, denn ich hatte 80 cm breiten Einzelteile mit nur einer Abschlusswand versehen. Ich konnte das Teil also nicht stellen 0,80 einerseits und 2,40 andererseits oder anders gestückelt. Also musste ich mich bereits beim ersten Umzug davon trennen. Hier lernte ich allerdings dann auch die spätere gekaufte Möbel “umzugskompatibel” zu kaufen und damit bin ich dann immer sehr gut gefahren.

Meine eigene Lehre war die des Radio-Fernsehtechnikers. Das war eigentlich gar nicht so schlecht denn dies ermöglichte mir während des Studiums eine recht gut bezahlte Nebentätigkeit bei einem An- und Verkaufgeschäft. Aber auch diese Tätigkeit habe ich dem “Simplifiy your Life” geopfert. Auch wenn ich heute tatsächlich noch ein Equipment habe um smd-Bauteile zu löten – insbesondere zu entlöten – so ist das in 90% der Fälle alleine auf Grund der fehlenden technischen Unterlagen und insbesondere der fehlenden Ersatzteile unrentabel. Es kommt hinzu, dass ich mir als Techniker vernünftiges Equipment kaufe und genau das kann ich ggf. auch reparieren wobei genau das kaum bis nie kaputt geht. Andere Leute kaufen sich dann irgendwelchen Schrott naja und dafür dann zu rotieren hatte ich auch irgendwann keine Lust mehr.

In dem Zusammenhang wäre weiter zu erwähnen, dass ich bisher nie einen Tapezierer brauchte oder einen Klempner weil irgendwo der Wasserhahn tropft. In der Schule hatte war ich in der Photographie-Gruppe wobei ich auch hier – simplifiy your life – später bewußt keinen Photoapparat hatte einfach weil mir das zu viel war.

Während der Diplomarbeit hatte ich einen Kurzlehrgang im Glasblasen und konnte mir somit einige Versuchsaufbauten rasch selbst herstellen. Da der Mechaniker keine Zeit hatte, habe ich mich an die Drehbank gestellt und ein Teil selbt gedreht und auch hier – simplifiy your life – habe ich bis heute weder Glasbläsereinrichtung noch Drehbank noch Fräse.

Das Internet – sein Fluch und sein Segen

Nun bin ich im Internet und mache Networking und nun frage ich mich immer wieder, wieso einige Menschen auf die Idee kommen, dass gerade ich irgend eine ehrenamtliche Beschäftigung suche.

Da gibt es Leute dir mir eine Mail schicken mit der Einleitung “Das ist doch für dich in ½ Stunde erledigt”, das ganze ist von einem google-mail account versehen mit einem Phantasienamen. In diesem Fall bräuchte ich alleine ¼ Stunde um herauszufinden wer hinter der Mail steht bzw. stehen könnte. Von einer Entlohnung ist im folgenden Text nicht die Rede. Es steht lediglich die Erwartung im Raum, man könne und solle das Problem mal rasch lösen. Übrigens: Solche Mails werden kommentar- und antwortlos gelöscht! Ich erwarte bei einer Mail, dass wenigstens die Person identifizierbar ist, die mir schreibt.

Ein anderes Beispiel: Besim hat zum Beispiel einen netten Beitrag geschrieben Fragezeichen als Währung. Und hier befasst er sich mit einigen Basics zu den verschiedenen Zeichensätzen bei Mailprogrammen und den daraus resultierenden Folgen. Probleme und Folgen sind ähnlich bei Webseiten. Auch hier erscheint schon mal an Stelle eines ä ein ä oder ein Fragezeichen oder auch nichts. Im Grunde kann man das alles lesen lernen und verstehen. So gibt es die Seite unicode.org und auch Self-HTML befasst sich damit. Und wenn man in einschlägigen Foren fragt, dann bekommt man ggf. sogar kostenlos Hilfe. Aber diese ist eben nicht rund um die Uhr verfügbar und vor allem nicht jederzeit korrekt.

Es kommt hinzu, dass man bei komerziellen Seiten nicht nur das Problem erkennen muss, sondern auch den Entstehungsprozess einer Seite zu berücksichtigen hat und aus diesem heraus Maßnamen ergreifen muss, dass die Seite nicht beim nächsten Update wieder das gleiche alte Problem zeigt.

Das hier ist eine Textpattern-Seite und solche Problem können Fehler sein in der Konfiguration des Webservers, des Textpattern selbst, des zu Grunde liegenden php oder auch der dahinter stehenden Datenbank.

Aber auch hier wird erwartet, dass man bei mir anrufen kann, das alles geklärt wird und man alles erklärt bekommt. Nur wenn es ums Geld geht, dann ist das Gespräch überraschenderweise sehr schnell zu Ende. Und manche Leuten wundern sich dann auch, wie schnell ich dann auf das Geld zu sprechen komme.

Deshalb noch einmal: Im Rahmen von “simplify your life” bin ich bereits in meinem internetzugangslosen Bekanntenkreis sehr rigide und sehr zurückhaltend mit kostenlosen Leistungen. Im Internet erwarte ich ganz klar eine Bezahlung.

Ansonsten empfehle ich die einschlägigen Foren und – wenn Sie Glück haben – beantworte ich Ihnen die Frage, die Sie stellen. Dann beantworte ich die zu einem Zeitpunkt an dem ich verfügbar bin und in einem Umfang, den ich für angemessen halte.

Wenn Sie eine kostenlose Leistung von mir wollen, dann müssen Sie bereits zahlender Kunde gewesen sein. Genau dann kann es Ihnen passieren, dass ich Ihnen am Telefon rasch helfe und die Rechnung vergesse. Meine Vergesslichkeit nimmt zu wenn der vorherige Auftrag gut bezahlt war – also mit einem guten Stundenlohn. Und ein Honorar nur bei Erfolg dass gibt es nur wenn wir uns schon etwas länger kennen.

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— Wolfgang Uhr · Dienstag Januar 20, 2009

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Kommentare

  1. — Diane · Jan 21, 00:34 · #

    Wow, aber dann hast Du bestimmt keine Frau – denn mit so einem Heimwerker hält eine Frau es meist nicht sehr lang aus ;) Ausser vielleicht, die Sachen werden schnell erledigt grins

    - Vielleicht denken diese Leute, die Dir sowas schreiben, dass Du viel Zeit hast, wenn Du so lange und akzentuierte Beiträge in relativ kurzer Zeit schreibst) – also arbeitslos oder sowas … oder Du wirkst zu – ahm – gutmütig … sorry für meine offenen Worte … aber das ist mein Markenzeichen)

    Aber da hast Du vollkommen recht, alles geht nicht für umsonst und mit dem Fachwissen wie bei Dir wäre man dumm, wenn man es verschenken würde. Das tun nicht mal ganz reiche Leute ;) Unter Freunden ist das – manchmal – noch eine andere Sache – aber ich spreche auch nur von Freunden, wenn es mehr als nur Bekannte sind! Das wird oft verwechselt oder verallgemeinert und im Web kennen sich die Leute meist überhaupt nicht. Bis auf die wenigen, die zu solchen Blogger-Treffen gehen ;-) Denn das ist nicht jedermann oder frau’s Sache :D

    Aber Du brauchst dieses Comment nicht erscheinen lassen … wenn Du nicht willst … bei Dir weiss ich nie so recht ;-) Und bei Deinen künftigen Aufträgen möchte ich Dir nicht im Wege stehen mit meinen ahm … ein bisschen aussergewöhlichen Comments :)))

    Oups, warum sieht der Satz da oben in der Vorschau durchgestrichen aus? :shock: Ich habe nichts gemacht!

  2. wolfgang · Jan 21, 14:40 · #

    Diane vielleicht hast du recht, vieleicht wirke ich zu gutmütig. Aber mit dem Beitrag kann ich nun etwas einfacher und kürzer auf solche Anfragen antworten – per Email-Link eben und darum ging es mir.

    Und das “durchgestrichen” das kommt daher weil ich hier keine Smilies habe und weil die Kommentare über einen Textile Preprozessor laufen. Der hat zwei deiner Smiles als entsprechende Aufforderung aufgefasst.

  3. Rudolph · Apr 11, 15:53 · #

    Naja, bei diesem Bewerbungstext habe ich auch kurz überlegt, ob ich dich nicht mal zu meinem Umzug einladen soll :-)
    Aber es ist in der Tat so, Networking soll der Kontaktpflege dienen und nicht dazu, Arbeiten billig bis kostenlos an Bekannte zu delegieren. Da haben manche leider wirklich etwas grundlegend falsch verstanden.

  4. Andrea Spencer · Apr 21, 18:45 · #

    Hallo liebe Blogger!
    Wollte nur kurz einwenden @Diane: Unterschätz da mal lieber nicht die Frauen die es mit so einem meist nicht sehr lange aushalten :P Bin selbst so eine und kenne auch so viele, dass da für mich persönlich zu oft der Irrglaube entsteht, es sei eine `Männerkrankheit` :P

    So – das wäre dann wohl mein Senf dazu.
    Euch eine schöne Zeit und bis vllt. bald!

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Mein Name ist Wolfgang Uhr, ich bin Physiker und entwickle Software im Bereich der Erfassung von Messdaten und deren Verarbeitung. Dies ist meine persönliche Hobbyseite.


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