Quelle: Computer-T-Online
Ein BitTorrent-Netzwerke ist ein Netzwerk bei dem mehrere Rechner im Verbund eine größere Datei so übertragen, dass jeder Rechner einmal die Datei herunter lädt und einmal hochlädt. Das Ziel ist: Entlastung des zentralen Servers vom Traffic.
Hier lassen sich ohne größere Serverfarmen sehr schnell große Datenpakete verbreiten, eine Linux-Distribution etwa oder auch eine Open-Office. Und um es gleich zu sagen: Ich bin kein Gegner eines Torrent-Systems. Ich bin nur ein Gegner, dass diese Software unter anderem auch auf dem Arbeitsrechner läuft. Gerade Windows ist mir dazu zu empfindlich.
Aber: Man kann sich durchaus einen Rechner daheim hinstellen und damit Inhalte im Internet anbieten bzw. nach Erscheinen relativ zeitnah zur Verfügung gestellt bekommen. Die Torrents sind jedenfalls bei größeren Paketen die Kunden erster Klasse.
Das Problem ist nun: Ein solcher Torrent bzw. ganze Torrentnetze werden genutzt für Raubkopien von Musikproduktionen bzw. von Filmen. Das ist ein Grund, warum die Musikindustrie in dem letzten Jahren aktiv geworden ist und massiv vorgegangen ist gegen diese Netze.
Die Universität Washington hat nun parallel damit begonnen, das Nutzerverhalten dieser Netze zu untersuchen. Dazu sollte ein spezielles Überwachungsprogramm helfen, dass aus diesen Netzen heraus entsprechende Informationen an die Forschungsabteilung senden sollte. Diese Software hat also aus dem Bit-Torrent Netz heraus Informationen an die Universität Washington gesendet und prompt wurden dann die Forscher abgemahnt wegen illegaler Downloads.
Daraus schlossen die Forscher, dass die Piratenjäger der Medienkonzerne lediglich die IP-Adressen der Teilnehmer von Tauschbörsen protokollieren und keinesfalls überprüfen, ob sich der Nutzer tatsächlich am Tausch von Raubkopien beteiligt.
Und basierend auf dieser Erkenntnis gingen die Forscher hin und passten ihre Überwachungsprogramme an. Sie haben nun die Daten aus dem BitTorrent-Netz heraus auch an drei Laserdrucker der Universität gesendet mit dem Erfolg, dass auch diese Geräte abgemahnt wurden.
Der Vorwurf: Sie sollen illegale Kopien der Filme Iron Man und Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels heruntergeladen haben.
Meine Frage Nr. 1 lautet: Wie überwachen Forscher einer Universität ein Torrent-Netz? Nun sie schreiben eine Software und bitten die Nutzer, diese zu installieren. Natürlich muss man die Nutzer bestechen mit einer speziellen Funktion, die irgend etwas in diesem Torrent-Netzwerk verschönert. Und in den AGB des Nice-To-Have-Tools steht dann eben drin, dass hier so ganz nebenbei ein paar Infos abgezwackt werden. Natürlich gibt es dann irgendwo ein Häkchen, mit dem man das dann unterbinden kann, aber wer ließt sich den ganzen Krempel denn schon durch?
Und nun kommt Frage Nr. 2: Wie überwache ich einen BitTorrent dahingehdend, ob Raubkopien getauscht werden?
Das mache ich ganz einfach. Ich schaffe mir eine “private Identität” an und nehme mit einem Rechner an solch einem Netz teil. Dann habe ich so allen möglichen Kram auf meiner Festplatte – legal und illegal – und schaue dann mal, ob ich an was legales oder illegales komme, bzw. was hoch und was herunter geladen wird.
Dabei muss ich dann nur noch meinen eigenen Traffic loggen und schon habe ich die Empfänger illegaler Downloads. Ich brauche also bei dem Diebstahl nur einer der n bereit stellenden Server sein und kenne den Client und die anderen Server oder ich bin der Client und kenne die n Server. Wenn man da richtig “drin” hängt, dann ist das alles kein wirkliches Problem. Ein bis drei Monate loggen und dann kräftig Abmahnungen versenden.
Und nun hat also offenbar jemand, der solch ein Netz im Auftrag der Musikindustrie überwacht, sich genau diese Nice-To-Have-Software heruntergeladen und installiert. Wenn nun jemand einen illegalen Download anbietet oder abfragt, dann wird diese Software zusätzlich aktiv und sendet auch Datenpakete an die Universität – eben an einen Laserdrucker. Und diese Datenpakete sind dann eben auch in der Auswertung. Und damit ist der Laserdrucker dann ein Empfänger der Raubkopie, eben weil Datenpakete an diesen gesendet wurden.
Frage: Wissen Sie genau, welche Sofware Ihres Rechners, welche Informationen wohin sendet?
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— Wolfgang Uhr · Samstag September 13, 2008
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