Mit Körperstrom bezeichnet der Elektriker den Strom, der durch den menschlichen Körper fließt, wenn dieser eine elektrische Leitung anfasst und damit zum integralen Bestandteil des Stromkreises wird. Im Zusammenhang mit den Schutzvorrichtungen vor einem zu großen Körperstrom gibt es neben dem Schutzleiter noch den Fehlerstromschutzschalter. Dieser überwacht in den Zuleitungen den Strom, der durch den P und den N-Leiter eines Stromnetzes fließt und schaltet bei zu großer Differenz die Leitung ab. Die Schaltströme liegen im Bereich von 20 Milliampere.
Neben dem direkten Kontakt mit einem elektrischen Leiter gibt es aber noch eine Möglichkeit, dass ein elektrisches Feld über die Kapazität des menschlichen Körpers einkoppelt. Der Körper ist damit eine Kondensatorplatte (und damit ein halber Kondensator), der elektrische Leiter die andere. Diese Ströme sind erheblich kleiner und zunächst einmal nicht direkt lebensgefährlich. Im Zusammenhang mit der Elektrosmogdiskussion besteht die Frage, ob und in welchem Umfang diese Ströme gesundheitlich bedenklich sind.
Wer wirklich wissen will, ob und wie weit er empfindlich ist gegen elektrische Felder im niederfrequenten Bereich (Netzfrequenz 50 Hz und Bahnfrequenz 16,6 Hz) der sollte zu einem Facharzt gehen und sich untersuchen lassen. Der folgende kleine Test dient lediglich dem Aufbau des Problemverständnisses. Es ist ein Zeichen, dass allein von der anliegenden Spannung aus eine Wirkung ausgeht, bzw. es ist der Nachweis dieser Wirkung. Die Grundlagen zu dem Test finden Sie hier. Bei diesem hier demonstrierten Test fließt kein Strom. Ledidglich einige Kabelstücke, die im Gesichtsfeld einer sitzenden Person liegen, werden sukzessive unter Spannung gesetzt.
Die Köperstrommessung bzw. fälschlich auch Körperspannungsmessung beispielhaft vorgeführt
Die Tischsteckdose ist abschaltbar und “richtig herum” eingesteckt. Das bedeutet, dass der Schalter in der Steckdosenleiste die Phase abschaltet und nicht den Nulleiter. Die Lampe ist angeklemmt – es ist keine Leuchte eingeschraubt – und das Kabel liegt frei auf dem Tisch. Das Messgerät – ein praktisch beliebiges Digitalvoltmeter – liegt auf dem Tisch. Beliebig ist es deshalb, weil uns die konkreten Zahlenwerte zunächst einmal nicht interessieren, sondern nur die Änderungen.
Der schwarze Anschluss ist am Schutzleiter der Tischsteckdose angeschlossen. Bitte nehmen Sie wirklich den Schutzleiter. Das ist die Klemme, die Sie ganz normal anfassen können. Die rote Leitung – den freien Kontakt – werde ich in die Hand nehmen. Das kann ich aber erst tun, wenn ich den Photoapparat auf die Seite gelegt habe und mich unterhalb des Bildes hingesetzt habe.
Der Messbereich ist AC – Wechselstrom – und 20 Volt. Bei einem Innenwiderstand des Messgerätes von 10 Megaohm fließt bei einer Spannung von 1 Volt ein Körpertrom von 0,1 Mikroampere.
Die Tischsteckdose ist – wie erwähnt – “richtig herum” angeschlossen. Ich schalte den Strom an dieser Leiste und auch am Lampenschalter aus, ziehe meine Hand zurück, fasse den leitenden Teil des roten Steckers an und messe 2,06 Volt. Dann schalte ich den Schalter an der Tischsteckdose ein und messe 5,25 Volt und schließlich schalte ich noch den Schalter im Lampenkabel ein, ziehe auch hier meine Hand wieder zurück und lese 7 Volt ab.
Durch das Einschalten liegt das Kabel anfangs nicht, dann teilweise und zuletzt komplett direkt an der 230 V-Phase des Netzes und strahlt dann in die Umgebung ab. Mein Körper nimmt das Feld entsprechend auf und erzeugt einen Strom, den ich aus technischen Gründen im Spannungsmessbereich messe und der Einfachheit als Spannung angebe. Richtiger wäre die Angabe Körperströme von 0,206; 0,525 und 0,7 Mikroampere.
Aber ob es sich nun korrekt um Strom handelt oder um eine Spannung. Für Sie sollte klar sein, dass die Leitungen ein Feld aufbauen und einstrahlen auf einen menschlichen Körper in der Nähe. Ich selbst bin nicht elektrosmogsensibel, der gemessene Effekt ist also grundsätzlich in dieser Form bei allen Menschen vorhanden.
Ob der Mensch selbst nun sensibel ist oder nicht, das kann auch mit dieser Messung nicht nachgewiesen werden. Hier wird nur der physikalische Effekt nachgewiesen und wenn Sie zum Beispiel am Schlafplatz bei sich einen Körperstrom messen von 35 “Volt”, dann wissen Sie, dass Sie in der Nähe eines Zählerkastens schlafen.
Ein Tip noch: Wenn persönliche Empfindlichkeiten gegenüber NF-Feldern bestehen, dann sind die zunächst einmal beim Schlafen bemerkbar. Sie sollten also hier vorwiegend prüfen und ggf. nach Abhilfe suchen. Eine einfache Abhilfe wäre ein ggf. vorübergend verlagerter Schlafplatz oder auch eine nächtliche Abschaltung der Stromleitung. Mit der hier vorgestellten Messung können Sie aber grob überschlagen, ob Sie dabei gewinnen oder verlieren.
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— Wolfgang Uhr · Montag Juli 16, 2007
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— Robert · Jul 17, 04:50 · #
Bin ich jetzt wirklich schon zu lange von der Ausbildung weg, weil ich diese Anordnung nicht aufs erste Mal verstehe –
oder liegt’s daran, dass ich als gelernter Nachrichtentechniker nur im “Feigstrom”-Bereich bis 5 Volt die zweite Hand aus der Manteltasche nehme?
— wolfgang · Jul 17, 05:17 · #
Noch einmal Robert – Bei dem Aufbau fließt kein Strom. die Leuchte ist bewußt herausgenommen. Nur die Leitungsteile stehen stückweise unter Netzspannung. Und alleine diese Spannung erzeugt ein Feld, dass der Körper aufnimmt.