Es ist jetzt zwei Monate her aber ich schreibe es mal zusammen, da der nächste Winter sehr bestimmt auch wieder kommen wird und dann wird ggf. der eine oder andere vor einem ähnlichen Problem stehen.
Das Problem? – Das Auto steht nachts draußen und ist früh am Morgen noch zugeeist. Dabei ist die Eisfläche teilweise sehr hartnäckig und damit nur sehr mühsam zu entfernen. Irgendwann stand ich in einem Zubehörshop und sah diese Faltgaragen da liegen und habe einfach mal zugegriffen.
Diese sind erhältlich für Motorräder und PKW und vom Preis her liegen diese in einer Skala von ca. 20 €uro bis ca. 40 €uro. Nach kurzer Beratung und Überlegung habe ich mir sogar die teuerste PKW-Faltgarage davon genommen. Es war eine sogenannte Ganzgarage aus Polyesterseide, die außen mit einem Silberlack (e könnte eine Aluminiumbeschichtung sein, allerdings nicht nur) beschichtet ist und innen mit einem speziellem Lackschutz. Das Faltgarage ist eine übergroße “Badehaube” für das Auto und wird einfach über das Auto gestülpt, vorne und hinten befestigt und das war es.
Die ersten beiden Tage konnte ich das Ding wirklich super gut gebrauchen. Man stellte Abends das Auto ab, zog die Haube drüber und in der Tat waren am nächsten Tag die PKW auf den Nachbarplätzen an den Fensterscheiben zugeeist und das eigene Auto – nach entfernen der Haube – nicht. Da ich einen relativ großen Kofferraum habe, war auch schnell der Platz gefunden für die Haube sobald ich mit dem Wagen unterwegs war. Ich habe sie einfach in den Kofferraum getan.
Die nächste Stufe war schon komplizierter. Am Abend hatte es geregnet, der Wagen war nass und man zog die Ganzgarage über das nasse Auto. Die Folge war: Die Ganzgarage war angefroren. Hier half natürlich der Lackschutz auf der Innenseite der Ganzgarage, man konnte diese relativ leicht abziehen, etwa so wie man einen Preisaufkleber abzieht von einem Produkt, dass man gekauft hat.
Aber so wie bei einem solchen Abziehen die Klebereste auch auf dem Produkt verbleiben, so verbleiben Beschichtungsreste auch auf dem Wagen, vor allem auf den Scheiben. Die Fensterscheibe war zwar eisfrei, nicht aber frei von Beschichtungsresten. Hier benötigte ich dann einige Reinigungsaktionen mit dem Schreibenreinigerwasser und dem Scheibenwischer, bis man wieder klar durch die Scheiben durchsehen konnte.
Diese Versuch habe ich bislang nur einmal gemacht. Es ist mir nicht klar, wie oft diese Ganzgarage diesen Vorgang durchhält, bzw. was passiert, wenn durch diese Abnutzung die Innenbeschichtung abgetragen ist. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass man dann eine echte angefrorene Folie auf dem Wagen hat, die man unter den genannten Problemen nur extrem schwer wieder abbekommen dürfte.
Fazit: Einen nassen PKW sollte man nicht abdecken. Man hat weniger Arbeit wenn man morgends kratzt.
Auch das ist geschehen und hier gibt es ein weiteres Problem. Es entsteht dann sofort die Frage, wo man diese Folie dann trocknen kann. Der einzige Ort, der mir hier eingefallen ist, das war mein Badezimmer und das Trocknen dauerte dort mehrere Tage weil man die Folie immer wieder umschichten musste.
Gerade dieser Umstand zeigt mir, dass solch eine Folie nur etwas ist für Ehepaare mit zwei Autos und einer Garage. Wenn beide unterwegs sind, dann kann die Folie in der Garage trocknen.
Was ich bisher noch nicht probiert habe, was aber auch gehen könnte, das wäre der Wäschetrockner. Wenn die Polyesterseide das Trocknen überstehen würde, dann wäre das sogar eine sehr gute Lösung dieses Problems, obwohl dies bedeutet, dass man vor der Abfahrt vom Auto noch einmal zurück muss in seine Wohnung. Wenn dies ein relativ weiter weg ist, dann ist die Lösung möglicherweise doch nicht so gut.
Das war die letzte Nacht in der ich diese Garage aufgezogen habe. Ich kam abends nach Hause, alles sah noch schön und gut aus und in der Nacht wurde es stürmisch. Nun was will man dazu sagen, die Ganzgarage war am nächsten Morgen ganz verschwunden. Ich habe sie gesucht und nicht mehr wieder gefunden.
Zwei Tage später hat mich ein Nachbar angerufen und mir gesagt wo sie gelandet ist. Sie hat übrigens einen durchaus beachtlichen Weg zurückgelegt, lag auf einer Wiese und war natürlich total durchnässt.
Bei der Gelegenheit versteht man auch den Sinn von einigen Laschen und einer beigelegten Schnur. Der Hersteller war offenbar der Meinung es seinen Kunden zumuten zu dürfen (ohne dies allerdings auf der Verpackung oder einem Beipackzettel zu erwähnen) dass man für die Montage der Ganzgarage unter das Auto zu kriechen habe und diese Laschen mit der Schnur verbinden müsse. Es ist absolut logisch, dass so etwas nicht angegeben wird. Niemand würde ein solches Produkt dann noch kaufen.
Es besteht also durchaus noch ein gewisses Entwicklungspotenzial bei solchen Ganzgaragen. Und es besteht Test- und Informationsbedarf. Meine derzeitigen ungelösten Probleme sind:
Ansonsten: Wenn man zum Beispiel eine Oldtimer längere Zeit parken möchte, oder ein Fahrzeug mit Halbjahreszulassung, dann mag es sogar eine sehr gute Lösung sein. Hier würde ich dann aber bei freistehenden Fahrzeugen wirklich die zusätzliche Magnetbefestigung empfehlen.
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— Wolfgang Uhr · Sonntag März 16, 2008
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— Bernhard · Mär 19, 09:01 · #
Ich kenne die gut geschilderten Problematiken mit den Ganzgaragen und kann nur bestätigen, dass solche Ganzgaragen nur sinnvoll sind, wenn man eine große Garage zum Trocknen hat.
Der Zeitaufwand für die Trocknung und Verpackung ist meiner Ansicht nach genau so groß, wie für die Freikratzerei. Außerdem werde n die Tage mit Frost statistisch immer weniger und somit der Aufwand geringer.