Das hört sich merkwürdig für einen Physiker, denn eine Tageslichtlampe das ist zu allererst einmal ein ganz gewöhnlicher Photoblitz und dann ganz gewöhnliche Leuchtstoffröhren im Büro bzw. auch Halogenlampen. Naja und bei “Leuchtstoffröhren” und gegen Winterdepressionen helfen, das passt vielleicht nicht so ganz zusammen – meint man.
Googelt man nach “tageslichtspektrum”, dann wird zunächst einmal auch die eigenen Meinung bestätigt. Eine Tageslichtlampe ist eine normale im Handel befindliche Lampe, die entweder durch die Glühfadentemperatur selbst oder durch chemische Leuchtstoffe in einem bestimmten Mischungsverhältnis auf Spektrenähnlichkeit zum Sonnenlicht getrimmt ist.
Doch die Tageslichtlampe hat es immerhin zu einem Eintrag in der deutschen Wikipedia gebracht und dieser Eintrag enthielt unter anderem den Satz
Im medizinischen Bereich werden Tageslichtlampen in der Lichttherapie gegen Winterdepression eingesetzt, typischerweise in hohen Beleuchtungsstärken (>2000 Lux).
Naja die Beleuchtungsstärke für einen normalen Büroarbeitsplatz liegt bei ca. 750 Lux und hier geht es also um mehr. Man meint wohl mit Tageslichtlampe eine Lampe, die die Helligkeit erreicht des Tageslichts aber das ist bei 2.000 Lux auch noch lange nicht wirklich erreicht.
Doch es geht weiter. In der Wikipedia-Begriffserklärung zur “Lichttherapie” gibt es den Abschnitt “Vorgehensweise” und dort lautet es:
Der Patient schaut täglich für etwa 20 bis 60 Minuten – am besten direkt nach dem Erwachen – in eine helle Lichtquelle. Die Wirksamkeit ist gut nachgewiesen bei einer Exposition von 10.000 Lux für eine halbe Stunde oder 2.500 Lux für 2 Stunden. Wichtig ist, dass das Licht auf die Netzhaut fällt, der Patient muss aber nicht direkt in die Lichtquelle sehen.
Und weiterhin lautet es:
Ein bedeutsamer biologischer Vorgang scheint zu sein, dass besonders in der zweiten Nachthälfte Melatonin im Gehirn produziert wird. Melatonin wird mit einer depressiogenen Wirkung in Verbindung gebracht. Wird die Lichttherapie unmittelbar nach dem morgendlichen Aufwachen angewandt, also möglichst früh, dann wird die Produktion von Melatonin beendet bzw. Melatonin abgebaut, so dass es zu einem positiven Stimmungsumschwung kommt.
Anders als früher angenommen, scheint es daher wichtig, die Lichttherapie nicht irgendwann Vormittags, sondern möglichst gleich nach dem Aufstehen anzuwenden. Empirisch am besten gesichert und uneingeschränkt anerkannt ist die Lichttherapie bei der saisonal bedingten Depression, die auch als Winterdepression bezeichnet wird. Es gibt neuerdings aber immer mehr Daten, die dafür sprechen, dass die Lichttherapie bei allen Formen der Depression wirksam ist.
Nun ich bin nicht “Depressiv” – keineswegs, auch nicht im Winter – aber was ich schon immer brauchte, dass war “Licht zum Wachwerden”. Ich brauchte im Winter einen “Wecker”, der mir das Licht einschaltet. Im Sommer ist das nicht nötig aber im Winter macht der Wecker einfach das Licht an und zwar ca. 1/2 Stunde früher als er im Frühjahr und Herbst einfach weckt. Und im Sommer wurde und werde ich wach wenn es Hell wird, da brauche ich überhaupt keinen Wecker. Und wenn ich das Licht nicht einschalte, dann verschlafe ich – und zwar gnadenlos. Ich habe im Grunde keine Chance.
Von daher kann ich das alles hier sehr gut nachempfinden. Man braucht Licht und vor allem in der “Wachwerdphase”. Von daher würde ich auch Gesunden mal “meine Weckmethode” einfach vorschlagen.
Allerdings eines irritiert mich eines noch sehr. 10.000 Lux und dort soll man eine halbe Stunde mit bloßem Auge reinsehen für die eigene Gesundheit? Nach Wikipedia hat die Beleuchtung im Operationssaal diesen Wert. Von daher ist das auch noch etwas entfernt vom realen Tageslicht. Was mich irritiert das ist das “in die Lampe hineinsehen”! Das verstehe ich zur Zeit noch nicht.
Aber ich spiele wirklich mit dem Gedanken, mir ein ein Messgerät zu kaufen für die Lichtintensität und zu messen und die verschiedenen Lampen bei mir zu messen. Dann kann man sich ja immer noch überlegen, ob man das der Netzhaut antun möchte.
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— Wolfgang Uhr · Mittwoch November 28, 2007
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Bei den Energiesparlampen gibt es offenbar etwas, an das man zumindest im Internet noch nicht dachte. Man kann auch an den Leuchtmitteln sparen, wenn man die Lampe wechselt.
Wachwerden in dunklen Nächten. Eine Lampe hilft – und ein paar Ratschläge dazu.
Nachdem ich mich im vorigen Jahr intensiver mit dem Problem der Tageslichtlampe befasst habe, möchte ich nun einfach einmal einen kleinen Zwischenbericht abgeben.
Sachen gibt es: Da fragt mich eine Bekannte wegen einer Tageslichtlampe und die soll helfen gegen Winterdepressionen und dann googelt man und erfährt so einiges.
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— Diane · Nov 29, 06:20 · #
Ja, in der Tat, bei Tageslichtlampe sind mehr an Lux gemeint – annähernd wie das Tageslicht.
Wäre eigentlich nicht verkehrt, dann, wenn die Sonne aufgeht, raus zu gehen und das Licht des Tages auf sich einwirken zu lassen … aber wer kann das immer schon so und zu jeder Zeit und ein Depressiver vermutlich erst recht nicht.
Das mit dem Licht zum Wachwerden kenne ich auch. Ich werde schlechter wach, wenn ich in einem abgedunkelten Raum mit Jalousie schlafen muss. Bei Helligkeit werde ich allein wach, ohne Helligkeit nur mit Wecker ;)
Da gibt es ja so tolle Radio-Wecker mit Aroma, Wellenrauschen oder anderen Naturklängen und Sunlight (also Licht), das langsam hochgedimmt wird – wenn DAS kein Erwachen ist! :)
Mit dem direkt Hineinschauen glaube ich so auch nicht, obwohl ich es auch nicht genau weiss! Das wäre vermutlich etwas hell für die Augen. Andererseits sehen wir ja draussen auch nicht unmittelbar in die Sonne, aber das Tageslicht sehen wir – wobei eine Glühlampe sich noch von dem Licht draussen unterscheidet meiner Ansicht nach.
Aus dem OP-Saal sagen sogar manche Narkotisierten hinterher, sie sähen immer noch einen schwarzen Fleck (den der OP-Lampe! Der auf die geschlossenen! Lider eingewirkt hatte)
Ja, das wäre bestimmt hoch interessant. Solche Tests von Lampen :)
Die Epiphyse (so genannte Zirbeldrüse) ist ja das Organ, was auf das Licht reagiert. Insofern müsste man meiner Meinung nach nicht mit den Augen direkt in das helle Licht hineinsehen, es würde ausreichen, wenn es auf den Kopf/Stirn fällt, wobei man die Augen ja nicht geschlossen halten muss, allerdings eben nicht direkt ins Licht schaut. Vielleicht schräg vorbei oder so ;)
— Tamara · Apr 22, 12:24 · #
Hallo Wolfgang,
danke für Deine Info hier auf der Seite!! Mir ist das Problem mit Verschlafen im Winter auch bekannt, daher hatte ich auch so etwas wie einen Lichtwecker als Idee gehabt. Da mir die im Handel aber bislang noch zu teuer sind und ich nicht garde handwerklich begabt bin, wollt ich Dich fragen, wie ich mir sonst so etwas zulegen kann. Dachte halt an an eine einfache Lampe (mit 2000Lux) und einer Zeitschaltuhr. Aber mein Problem ist, dass ich so eine einfache Lampe mit 2000Lux nirgends finde. Kannst Du mir da weiterhelfen?
Lieben Gruß,
Tamara