Bosch PLR-30 Laser-Entfernungsmessungen

Bosch PLR-30 kaufen oder nicht kaufen?

Wenn man so im Baumarkt steht vor einem solchen PLR-30 Laser-Entfernungsmessgerät, dann kommt man schon alleine wegen des Preises ein wenig ins Grübeln. Immerhin kostet das Gerät ca. € 100,- und es ist damit keineswegs billig. Die eine Alternative ist ein Zollstock, bzw. ein Maßband, die andere Alternative wäre ggf. ein anderes Gerät. Mit anderen Worten: So schön das Gerät damals aussah, ich legte es wieder zurück. Ob die in dem Zusammenhang von Bosch gemachte Angabe wirklich stimmen?

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Sowas möchte ich dann doch anzweifeln, alleine schon wegen folgender Aussage:

Misst Entfernungen bis 30 Meter auf 2 Millimeter genau

Eine solche Aussage ist extrem missverständlich, denn hier fehlt klar die Angabe ob dies eine relative oder eine absolute Fehlerangabe ist. Wäre die Angabe “absolut”, dann würde der Messfehler von 2 Millimeter auch bei einem Abstand von 30 cm auftreten, wäre die Angabe relativ zu verstehen, dann müsste der Messfehler sich auf 0,2 mm reduzieren.

Des weiteren war mir persönlich nicht klar, ob mit einer solchen Aussage gemeint ist 30 m ± 2 mm oder 30 m ± 1 mm, also ob der Fehlerbalken dann nicht auch noch doppelt so breit ist, wie angegeben.

Und um das klar zu sagen: Bei einer Strecke von 30 cm habe ich mit konventioneller Technik keinen Messfehler von bis zu 4 mm. Dieser Wert war mir einfach zu groß.

Ein Ultraschall-Entfernungsmessgerät aus dem Aldi

Es traf sich, dass ich gerade auf dem Rückweg vom Baumarkt im Aldi noch ein paar Einkäufe erledigte und diese hatten ein Workzone-Ultraschall-Entfernungsmessser im Angebot und zwar für etwas über € 10,-. Er verfügte über die gleichen Grundfunktionen – Streckenmessung, Flächenmessung und Berechnung sowie Raummessung und Berechnung – und konnte obendrein auch noch in der Anzeige zwischen Fuß und Meter umschalten.

Nun bei € 10,- geht nicht viel kaputt also habe ich das Gerät gekauft und einfach mal in verschiedenen Situationen eingesetzt. Aus diesem Grunde kenne ich beide Gerätetypen und kann nun etwas zu beidem sagen.

Beide Geräte, der Ultraschall-Entfernungsmesser und auch der Laser-Entfernungsmesser arbeiten mit Signallaufzeiten. Im Falle des Ultraschall-Entfernungmessers ist es die Laufzeit eines Schallsignales. Die Geschwindigkeit des Schalls in der Luft beträgt etwa c = 343 m/s (1234,8 km/h) falls die Luft eine Temperatur hat von 20 °C. Neben einem Schallerzeuger mit einer festen Frequenz – also einem Ultraschallpiepser – ist ein Empfänger nötig und eine gute Temperaturmessung und daneben natürlich ein kleiner Rechner, der hier eine numerische Auswertung durchführt.

Da man eine Schallwelle nicht sehen kann, hat man in ein solches Gerät ebenfalls einen kleinen Laser eingebaut, der während der Messung auf ein Ziel zeit. Man misst also den Abtand zu einer Wand, sieht auf der Wand eine roten Fleck und nimmt automatisch an, dass dies der Messpunkt ist. Das stimmt aber nicht immer.

Der Laserstrahl (rot) und der Ultraschallstrahl (blau) beim Ultraschall-Entfernungsmesser

Die Unterschiede zeigt klar das nebenstehende Bild. Hier sind zwei benachbarte Räume skizziert mit einer Türöffnung und man möchte nun einen Abstand haben von einem Punkt des einen Raumes bis zur Rückwand des anderen Raumes. Der Laserstrahl (rot) zeigt den korrekten Weg und Abstand an und der Ultraschall (blau) geht aber einen anderen Weg. Natürlich wird auch etwas von dem Ultraschall den anderen Raum erreichen. Aber der blau markierte Strahl wird zuerst zurück sein und dieser ausschlaggebend sein für den angezeigten Abstand.

Hier sollte klar sein, worin das Problem besteht. Der Lasertrahl ist korrekt positionniert aber das Ultraschallsignal geht einen anderen – kürzeren – Weg und damit sind die Abstandsdaten ganz klar falsch. Das Ausmessen von Fensterbereichen und versetzten Türen ist damit praktisch kaum möglich.

Weiter: Ich habe einen Zollstock auf die Erde gelegt und am einen Ende ein Buch hingestellt und am anderen Ende das Messgerät positioniert. Diese zwei Meter sollte das Gerät nun messen. Liegt der Ultraschall-Entfernungsmesser auf dem Boden, dann zeigt das Gerät einen Fehler an. In dem Fall wird offenbar nicht genügend Schallwelle reflektiert um überhaupt etwas zu messen. Hier muss man ein Buch unterlegen mit einer Dicke von ca. 3 cm – unter das Ultraschall-Entfernungsmessgerät – dann bekommt man zwar einen Messwert aber der liegt um mindestens 3 cm daneben. Beim Bosch PLR 30 ist der Geräteboden der Nullpunkt bei der Entfernungsmessung. Beim Aldi-Ultraschall-Entfernungsmesser liegt dieser 3 unter dem Geräteboden. Also ist nach meinen Auffassungen das Gerät in jedem Fall unkalibriert.

Laser-Entfernungsmesser

In der Wikipedia heißt es:

Laser haben Eigenschaften, die sie stark von klassischen Lichtquellen (wie z. B. einer Glühlampe) unterscheiden. Hierzu gehören z. B. ein sehr enges Frequenzspektrum (Farbe des Lichts), die Parallelität der Strahlung und eine große Kohärenzlänge.

Mit anderen Worten: Hier entsteht ein Bündel von fast parallelen Lichtstrahlen und hier ist Anzeigepunkt auch automatisch der Messpunkt.

Der Bosch Laser-Entfernungsmesser PLR-30

Nach den eher schlechten Erfahrungen habe ich dann eine Zeit lang die Entfernungsmesser gemieden und mich erst von einem Bekannten überzeugen lassen. Vor kurzem habe ich dann den Bosch PRL 30 gekauft.

Präziser und verlässlicher als Ultraschall-Entfernungsmesser

Diese Aussage jedenfalls trifft auf den getesteten Ultraschall-Entfernungsmesser zu. Mit dem dem Zollstocktest am Boden habe ich ohne Probleme die zwei Meter messen können. Dabei zeigt der PRL 30 gelegentlich 0,1 mm mehr oder weniger an und das liegt ganz bestimmt an meiner manuellen Positionierung. 1/10 jedenfalls ist bei zwei Meter absolut akzeptabel.

Die Bedienung des PLR 30 ist einfach und intuitiv.

Auch das kann ich bestätigen. Die einzige wirkliche Information, die nicht am Gerät ersichtlich ist, dass ist der Gerätenullpunkt. Wenn man aus der Anleitung einmal weiß, dass das der Geräteboden ist, dann ist alles andere intuitiv.

Die wenigen Bedienknöpfe haben selbsterklärende Zeichen aufgedruckt, beispielsweise für Abstands-, Flächen- oder Rauminhaltsmessungen.

Das ist absolut richtig nur ist mir bisher kein Fall vorgekommen, bei dem ich die Flächen oder gar die Rauminhaltsmessungen wirklich brauchte. Wirklich brauchen tut man die eindimensionalen Größen also die Abstände.

Der PLR 30 ist für Messungen im Innen- wie im Außenbereich geeignet. Besonders wenn an schwer zugänglichen Stellen Längen, Flächen oder Rauminhalte auszumessen sind, zahlt sich die Anschaffung des Geräts aus. Der Laserstrahl kommt beispielsweise problemlos in die kleinsten Winkel von Dachkonstruktionen oder bis zur Dachtraufe, wenn deren Höhe zu vermessen ist.

Diese Aussage ist zwar grundsätzlich richtig. Trotzdem gab es Stellen in die das Gerät nicht gelangen konnte, alleine wegen der Gerätelänge von 11 cm. Also so ganz sollte man den Zollstock nicht aus dem Werkzeugkoffer nehmen.

Durch den griffigen Softgrip liegt der Laser-Entfernungsmesser rutschfest und gut in der Hand. Das Gerät entspricht mit dem 650-Nanometer-Laserlicht der Laserklasse 2 und ist damit ungefährlich.

Nun zur Laser Klasse 2 lautet es übrigens:

Die zugängliche Laserstrahlung liegt nur im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm). Sie ist bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25 s) auch für das Auge ungefährlich. Eine längere Bestrahlung wird durch den natürlichen Lidschlussreflex verhindert.

Mit anderen Worten. Wenn Sie reinschauen in das Licht macht das Auge ganz natürlich zu und dagegen sollte man nicht ankämpfen. Denn dann wird es gefährlich.

Das Gerät wird mit vier AAA-Batterien betrieben und schaltet nach einer Zeit der Nichtbenutzung ab.

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Es gibt nicht nur das PLR 30, es gibt auch andere Modelle PLR30, PL70 mit unterschiedlicher Reichweite und unterschiedlichem Zubehör.


— Wolfgang Uhr · Samstag Januar 10, 2009

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Mein Name ist Wolfgang Uhr, ich bin Physiker und entwickle Software im Bereich der Erfassung von Messdaten und deren Verarbeitung. Dies ist meine persönliche Hobbyseite.


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