Zur biblischen Bedeutung der Zahlen 111, 222, 333, 444, 555, 666, 777, 888 und 999

Es folgen ein paar Gedanken zu den biblischen Bedeutungen der Zahlen 111, 222, 333, 444, 555, 666, 777, 888 und 999 und deren möglicherweise mystischen Hintergrund.

Urheber dieser ganzen Fragestellungen dürfte eine Bibelstelle sein. In Offenbarung 13.18 wird gesagt: Hier ist die Weisheit! Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist 666.

Bei dieser Aussage geht es m.E. darum, dass man einmal dieses Tier namentlich identifizieren kann. Sein Name muss eine bestimmte Bedingung erfüllen und der Satz informiert den Leser über diesen Zahlenwert. Auf der anderen Seite, wird derjenige mit “Weisheit” aufgefordert, nachzurechnen und diese Aussage zu bestätigen. Das “bestätigen” ist aber nur dann möglich, wenn man das Wissen hat darüber wie diese Berechnung durchzuführen ist, wenn man dann die Berechnung durchführt und das eigene Ergebnis vergleicht. Hier ist also nach einem Rechenweg gefragt.

Damit waren damalige “Bibel-Numerologen” angesprochen worden. Sie sollten erklären, wieso das so sei. Nach meiner persönlichen Auffassung überschreitet diese Frage die Möglichkeiten, die ein Mensch hat. Die Frage ist damit einzuordnen in die Reihe der vielen Fragen, die Gott einmal dem Hiob gestellt hat.

Inzwischen scheint sich ein Großteil der Fragen auf die Symmetrie zu beziehen, die diese Zahl scheinbar hat. Sie lässt sich mit drei gleichen Ziffern darstellen, ähnlich wie die anderen acht kleinstganzzahligen Vielfachen von 111, die in der Überschrift genannt sind und viele Diskussionen kreisen um einen Gedankenaustausch zu diesen Zahlen.

Wären wir allerdings Römer, dann müssten wir schreiben: CXI, CCXXII, CCCXXXIII, CDXLIV, DLV, DCLXVI, DCCLXXVII, DCCCLXXXVIII und schließlich IM. Und spätestens hier fällt auf, wie “langweilig” diese Zahlen überhaupt sind, es fehlt jede Symmetrie.

Gerade auch die biblisch genannte 666 wird für einen Römer zu einem DCLXVI und damit würde dem Römer jedenfalls jeder Anlass fehlen, wegen der einen Zahl, die anderen mit zu untersuchen und ebenfalls verstehen zu wollen.

Die arabischen Ziffern, die wir heute nutzen, um diese “interessante Zahlenreihe” darzustellen, die wurde erst in den Jahren 1.000 bis 1.200 nach Christus eingeführt und zwar vermutlich aus Indien und war daher zu dem Zeitpunkt zu dem der Satz formuliert wurde unbekannt.

Und um ein anderes Zahlensystem zu unserem 10-er Zahlensystem zu nennen, hexadezimal lautet die Reihe 6F, DE, 14D, 1BC, 22B, 29A, 309, 378 und 3E7. Auch hier treten keinerlei interessante Symmetrien auf. Es ist einfach eine langweilige Anordnung von Zahlen.

In dem Text geht es weiter darum, dass der Name den genannten Zahlenwert hat. Dabei muss man Wissen, dass im hebräischen und im hellenischen – und zwar nur in den beiden Sprachen einem Buchstaben auch ein Zahlenwert zugeordnet ist. So hat der hebräische Aleph (א) den Wert 1, das Jod (י) den Wert 10 und das Quoph (ק) den Wert 100. Damit haben folgende Zeichenketten einmal grundsätzlich den Zahlenwert 111: איק ,אקי ,יאק ,יקא ,קאי ,קיא.

Diese sechs möglichen Permutationen der drei Buchstaben sind allesamt bezüglich der Symmetrie “langweilig” und das gilt auch für die anderen Zahlen. Gelegentlich – auf keinen Fall zwangsweise oder “natürlich” – findet sich dann auch ein hebräisches Wort darunter. Ähnliche Kombinationen lassen sich in der hellenischen Schrift finden.

Der Hebräer kennt 23 Buchstaben und der Buchstabe mit dem höchsten Zahlenwert ist das Taw (ת) und der Hellene kennt 27 Buchstaben und da er keinen Buchstaben kennt mit dem Zahlenwert 90, liegt der höchste Buchstabe bei dem Omega (ω) bei 800.

Buchstabe Wert Buchstabe Wert Buchstabe Wert
א 1 י 10 ק 100
ב 2 כ 20 ר 200
ג 3 ל 30 ש 300
ד 4 מ 40 ת 400
ה 5 נ 50
ו 6 ס 60
ז 7 ע 70
ח 8 פ 80
ט 9 ץ 90

Dabei sind in einigen Tabellen im Internet oder in der Literatur noch Schlusslaute aufgeführt – einige Buchstaben werden am Schluss eines Wortes anders geschrieben – und diesen Schlusslauten weitere Zahlenwerte zugeordnet. Diese Zuordnung ist neuer als die Aussage selbst. Das kann man daran erkennen, dass der Name des Buchstaben Aleph א im hebräischen אלף geschrieben wird. Dabei ist der letzte Buchstabe ein P (Peh) und dieser wird im Wort פ geschrieben und am Ende des Wortes ף. Der Buchstabe א hat den Zahlenwert 1 und das Lamäd ל den Wert 30. Damit der Name Aleph den Wert 111 hat, muss daher das Pe – ungeachtet seiner Position am Ende – den Wert 80 haben. Hier tritt also kein gesonderter Schlusslautwert auf.

Buchstabe Wert Buchstabe Wert Buchstabe Wert
α 1 ι 10 ρ 100
β 2 κ 20 σ 200
γ 3 λ 30 τ 300
δ 4 μ 40 υ 400
ε 5 ν 50 φ 500
σ 6 ξ 60 χ 600
ζ 7 ο 70 ψ 700
η 8 π 80 ω 800
θ 9

Und auch hier sind in einigen Tabellen zusätzliche Zeichen eingefügt, die später zugeordnet wurden.

Damit kann der Hebräer die Zahlen 555, 666, 777, 888 und 999 und der Hellene die Zahl 999 nicht mit drei Buchstaben darstellen, sondern braucht vier. Hier bricht sich also nicht nur die Symmetrie, hier ist es also auch noch unmöglich, überhaupt mit drei Zeichen auszukommen.

Und ganz zum Schluss noch ein weiteres Faktum, es gibt auch die Möglichkeit eine Zahl wiederzugeben in der reinen Textform also sechshundertsechsundsechzig. Und dieses Wort ins hellenische Übersetzt ist eben genau das, was man im Grundtext findet. Man findet kein Wort mit diesem Zahlenwert, sondern eben dieses Wort. Und daran ist auch nicht ansatzweise eine Symmetrie zu erkennen.

Fazit alle Überlegungen zur Erklärung der 666 sind genau dann falsch, wenn Sie von der Symmetrie dieser Zahl ausgehen, die im Grundtext nie bestand, denn weder für Griechen, noch für Römer noch für Juden war damals so etwas erkennbar. Diese wurde erst auffällig durch ein Zahlensystem, dass es erst seit ca. 800 bis 1.000 Jahren gibt. Gleiches gilt für die anderen acht kleinstganzzahligen Vielfachen von 111.

Wer sich allgemein für biblische Symbolik interessiert, der sei auf das Buch verwiesen 200 biblische Symbole von Adolf Heller. Es ist eine sehr gute Einführung in die Lehre um die biblische Symbolik. Es geht allerdings weniger um die Zahlen sondern um eine Gegenstandsymbolik.

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— Wolfgang Uhr · Sonntag Juli 22, 2007

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