Acht Christen in Ägypten ermordet und nun?

Überblick über die aktuelle Meldungslage

Im Grunde war es naheliegend und es war zu erwarten. Irgendwo in einem Dorf in der Nähe von Sanddünen, Langeweile und Einöde hat ein junger Mann eine junge Frau vergewaltigt. Das wäre nichts Schlimmes gewesen in einem Islamien, einem Land, dass vorbildlich von Muslimen regiert wird. Wäre es eine normale Vergewaltigung gewesen (also wäre sie von einem Moslem vergewaltigt worden), hätte man das Mädchen ausgepeitscht, wäre das Mädchen auch noch Schwanger geworden, hätte man es gesteinigt – so die Gesetze des Islams.

Das Problem war nur: Der Vergewaltiger ist ein Christ. – Äh ist das eigentlich ein Problem? Nach der Sharia ist es das nicht. Aber auch wenn es in diesem Land üblich ist, dass Muslime die Christinnen entführen und Zwangsverheiraten (Weltweite Christenverfolgung durch den Islam), so kann man umgekehrt eine Vergewaltigung natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich weiß man doch, was man sich schuldig ist.

Wie sagte es Focus? Nach dem Titel wird der Beitrag eingeleitet und fortgesetzt mit:

Muslimische Fanatiker haben vor einer Kirche in Oberägypten sechs koptische Christen und einen muslimischen Wachmann ermordet. Ihr eigentliches Ziel verfehlten sie wohl. Neun weitere Menschen wurden verletzt, als drei Männer aus einem vorbeifahrenden Auto heraus das Feuer auf die Gläubigen eröffneten.

Das eigentliche Ziel war vermutlich Bischof Kirollos von der oberägyptischen Diözese Nag Hammadi (Provinz Kena). Das bedeutet: Hier handelt es sich um einen Rachefeldzug von Dilletanten? – Einmal die falsche Person (der Bischhof dürfte nicht der sein, der die Vergewaltigung ausgeführt hat) und dann auch noch daneben geschossen?

Ist das ein islamisches Problem oder nicht?

Der Standard sagt dazu:

Die zunehmende Islamisierung – hunderttausende Ägypter haben in Saudi-Arabien gearbeitet und dessen intolerante Form des Islam mitgebracht – macht allen zu schaffen.

Also das Problem ist offenbar eines, welches aus Saudi-Arabien importiert wurde. Man kann sich das so vorstellen, dass einige Protestanten in Deutschland ein paar Jahre in den USA arbeiten und dort lernen wie man richtig mit den Katholiken umgeht. – Ja ich glaube so muss man sich das vorstellen.

Doch da gibt es noch eine andere Aussage Wikipedia:Ägypten

Die Kopten beanspruchen für sich, die direkten Nachfahren der altägyptischen Bevölkerung der Pharaonenzeit zu sein. Aus ihrem Namen entstand das griechische aigyptos, das im Deutschen zu Ägypten wurde.

Also das ist ja mal interessant, die Kopten sind die Ureinwohner von Ägypten. Dazu weitere Belege aus der gleichen Quelle.

Um 640 eroberten islamische Araber das Niltal; Ägypten wurde von nun an von wechselnden Machtzentren aus – Damaskus, Bagdad, Kairo – beherrscht. Unter den Umayyaden (661–750) siedelten sich arabische Stämme in den fruchtbaren Ebenen an und bestimmten fortan das kulturelle Erscheinungsbild Ägyptens. Mit dem Machtantritt Saladins, des Begründers der Ayyubiden-Dynastie (1171–1249), wurde Kairo zum Zentrum des muslimischen Widerstandes gegen die christlichen Kreuzzüge.

und weiter

Die Amtssprache ist Arabisch. Es wird mehrheitlich Ägyptisch-Arabisch, ein neuarabischer Dialekt, gesprochen. Schriftsprache ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert das Hocharabische, nur in der koptischen Kirche wird als Liturgiesprache noch das Koptische verwendet, das in einer eigenen Schrift, die von der griechischen – und einige Zeichen von der demotischen Schrift – abgeleitet ist, geschrieben wird.

Beide Aussagen passen ins Bild. Die Kopten sind die Ureinwohner des Landes und um 640 begann mit der Niederlage unter die Muslime deren Ausrottung. Irgendwann wurde die Menschen aus allem Kulturellen ausgeschlossen, dann wurde die Sprache verboten und schließlich wurden die Müllkinder geboren. Die Christen waren an der Stelle angekommen, wo sie für die Muslime hingehören. Sie waren Müll geworden.

Aber die Wikipedia enthält eine weitere Aussage in der Fußnote.

Unerklärlich habe sich in Fischer Weltalmanach bereits zuvor innerhalb von nur zwei Jahren (vgl. Fischer WA 1996, S. 59, und Fischer WA 1998, Seite 58) die Zahl der Kopten in Ägypten verdreifacht (von 2 Mio auf 6 Mio) und ihr Anteil damit von 4,1% auf 10,4% erhöht.

Was bedeutet das? Es heißt: In Ägypten sind die Muslime von genau dem bedroht, mit dem Sie in Europa die Christen und die Regierungen bedrohen. Die Zahl der Christen in Ägypten wächst wieder und mit zunehmender Demokratiesierung, bzw. mit zunehmendem weltweiten öffentlichen Interesse am Schicksal der Kopten wächst hier eine Macht heran, der sie nach eigenen Vorstellungen nichts mehr entgegensetzen können. Wir müssen nur uns ansehen, wie sich einige Muslime hier aufführen, wenn sie glauben, dass alleine eine zahlenmäßige Mehrheit ausreichen würde, sich über jegliche die Christen (und auch Muslime) im Privatbereich schützenden Gesetze hinwegzusetzen. Mit Sätzen wie “Heute dein Haus, morgen mein Haus” ist nicht etwa ein legaler Erwerb gemeint.

Wir sind also Zeugen eines Machtkampfes und von daher wundert es schon, wenn der Focus schreibt

Es war der folgenschwerste Angriff auf koptische Christen in Ägypten seit zehn Jahren.

und zum “folgenschwersten Angriff” selbst sagt:

Im Januar 2000 hatten Muslime in der oberägyptischen Ortschaft El Koscheh nach einem Streit 21 koptische Christen getötet.

Diese Aussage passt gar nicht ins Bild und die bereits verlinkte Wikipediastelle sagt was anderes:

Vor dem Siegeszug des Islam im 7. Jahrhundert waren in Ägypten Christen die dominierende Religion; der Evangelist Markus soll in Ägypten schon um das Jahr 50 missioniert haben.5 Die christliche Minderheit im Ägypten sieht sich nun mit immer stärkeren Diskriminierungen seitens der ägyptischen Behörden und der islamischen Religionsvertreter konfrontiert, nur etwa zwei Millionen von ihnen bekennt sich öffentlich zum christlichen Glauben. Nachdem es bereits im Oktober 2005 in Alexandria vor einer Kirche zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten gekommen war, bei denen drei Menschen den Tod fanden, wurde bei einem Angriff islamischer Extremisten auf koptische Gottesdienste am 14. April 2006 ein Mann christlichen Glaubens getötet, 16 weitere wurden verletzt. Während des Trauerzuges für den Toten am folgenden Tag gingen Hunderte von Muslimen und Christen mit Schlagstöcken aufeinander los; 43 Menschen wurden verletzt und über 100 festgenommen.

Mit anderen Worten: Es geht nicht um eine Vergewaltigung und deren Folgen. Es geht darum, dass die Christen wieder zahlenmäßig zunehmen und wieder nach und nach in eine Position hineinkommen wollen, die sie früher einmal hatten. Wollen wir hoffen, dass es Ihnen gelingt.

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— Wolfgang Uhr · Freitag Januar 8, 2010

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Kommentare

  1. — Toni · Feb 11, 19:25 · #

    WarumWarumWarumWarumWarum dürfen das die moslems,wieso wird das nicht weltweit ausgestrahlt?Aber die Türkei soll in die EU?? was ist das für eine Welt geworden

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