Nun nachdem der Basicthinking verkauft ist und nachdem mir im Nachhinein ein paar Dinge klar geworden sind, möchte ich die Gedanken dazu zu Ende bringen mit einem Beitrag. Er hat € 46.902,00 eingebracht und damit nach meinem dafürhalten überrashend wenig. Ich hätte mit mehr gerechnet.
Allerdings muss ich zugeben, dass die Vermarktung
Nach bisherigen Überlegungen schrieb Robert Basic im letzten Jahr pro Tag etwas über 6 Beiträge (inklusive Wochenenden) und erhielt dafür aus einem relativ umrahmten Bloggerkreis ca. 8 für Technorati neue Backlinks pro Tag. Dieser Beitragsmarathon sicherte ihm die unangefochtene Poole-Position in den deutschen Blog-Charts.
Diese Aussage war mir allerdings nicht klar, als jemand in xing anfragte:
Der aktuelle Preis liegt bei 24.000 EURO. Wenn die Auktion ebaytypisch verläuft und es erst in den letzten Stunden spannend wird, dann kann der Preis durchaus noch auf 50.000 EURO oder mehr klettern.
Wie bewertet Ihr den Preis? Sollten wir als Verlag mitbieten, um ein weiteres Onlinemedium im Portfolio zu haben. Die Refinanzierung müßte dann ja über die hoffentlich sprudelnden Werbeeinnahmen erfolgen.
Ist ein Kauf überhaupt sinnvoll. Wären also konkret die Rankings bei Suchmaschinen und die Verlinkungen, die Robert Basics “Baby” hat, einen Kauf Wert? Was meinen die Onlineprofis hierzu?
Ohne nun wirklich an der Beantwortung der Frage interessiert zu ein habe ich einen Link-Baiting-Beitrag geschrieben und auch etwas recherchiert. An wirklich wichtige Informationen über eine Kaufentscheidung bin ich aber erst danach gekommen und mit den heutigen Informationen sähe mein Rat anders aus.
Robert Basic ist/war führend in einer Bloggerszene, und Schrittmacher für Blogthemen um hier die Chancen und Möglichkeiten zu verstehen, binde ich eine entsprechende youtube-Beschreibung ein zum Thema des viralen Marketings.
Basicthinking war – und ist – eines der zentralen Themengebenden Blogs für ca. 1.500 andere und damit ist dieser Blog das Zentrum einer viralen Marketingkampagne.
Nach dem Thread Soll ich mir einen Blog für 50.000 EURO kaufen? gab es das Resumee:
ich danke allen die mir geholfen haben, die Frage zu klären, ob unser Verlag einen Blog kaufen sollte. Die Inputs der Diskussion haben ausreichend die relevanten Facetten für diese Kaufentscheidung beleuchtet. Gute Sache dieses Web 2.0 :-)
Im Ergebnis werden wir nicht einsteigen. Nicht weil das Blog keine 50.000 EURO
wert ist. Es dürfte deutlich geworden sein, dass es auch mehr Geld wert sein kann.
Interessant ist: Solche Entscheidungshilfen erwartet der potenzielle “Kunde” eines 50.000 Euro-Produktes absolut unentgeltlich. In einem darauf folgenden Thread Wie kann man eigentlich WEB-2.0-Leistungen vermarkten? durfte ich dann den Wert meiner Leistung erfahren, wobei mich der Wert meiner konkreten Leistung noch nicht einmal wirklich geschockt hat. Geschockt hat mich eigentlich eher die Tatsache, dass wir mit anderen Argumenten ggf. eine Entscheidung für den Kauf hätten herbeiführen können.
Mit anderen Worten: Der Wert einer Beratungsleistung für eine € 50.000,- Investition (oder höher) liegt bei einigen Menschen offenbar maximal in der Größenordnung eines Taschengeldes. Wir können es auch anders formulieren: Ein Taschengeld muss ausreichen für die Beratung bei einer solchen Investition. Und daraus folgt: Bei einem geplanten Blogverkauf in dieser Größenordnung muss der Verkäufer des Blogs diese Beratungsleistung mitanbieten. Keiner der potenziellen Kunden stellt auf eigene Kosten eine solche Facts-Sammlung an, wie wir es taten und keiner der potenziellen Kunden gibt Geld aus, um etwas über die Chancen und Möglichkeiten zu erfahren, die sich durch diesen Blogkauf bieten und keiner der potenziellen Kunden entwickelt eine eigene Strategie für den Tag nach dem Kauf. All dass muss man als Verkäufer entwickeln in ein Hochglanzprospekt packen und den Betroffenen zusenden.
Hinzu kam – wie aus mündlichen Quellen erfahren und ob das glaubhaft ist oder nicht sei mal dahingestelt – dass einige nicht mitgeboten haben, weil sie einfach auf Grund der Publicity mit mehr als einer Million Euro rechneten. Das allerdings ist Unerfahrenheit und Angst. Publicity ist das Produkt, dass man kauft. Man kauft es für den Preis, den man maximal geben will. Eine Million Euro gibt man bei Ebay nur aus für absolut unbrauchbare Produkte. In dieser Welt kann man sich grundsätzlich merken: Wenn irgend etwas bei Ebay noch für irgend etwas gut ist, dann kostet es nie Millionen.
Hier ist auch die Frage zu stellen, ob eine Ebay-Versteigerung tatsächlich der richtige Weg ist. Immobilien jedenfalls werden dort nicht versteigert – jedenfalls nicht zwangsversteigert. Denn – ich kenne das von meinem Bruder – bei E-Bay gibt der Käufer das Gebot in letzter Sekunde ab und kann damit dann so manches Schnäppchen erhaschen, weil dann andere nicht mehr überbieten können. So schön das für einen Käufer ist, es ist für den Verkäufer genau dann ein Problem, wenn nur einer das letzte Gebot abgibt. Dann bleibt der Preis unten. Und ich denke einmal, dass genau das geschehen ist. Der Preis ist unten geblieben und der Blog ist zum Schnäppchen geworden.
Versteigerungen – oder die Vermarktung von Produkten in der Preisklasse – geht nur über recht langwierige Verhandlungen und nur dann, wenn jemand auch sagen kann: “Ich möchte € x mehr zahlen, muss aber Rücksprache mit der Bank halten!”.
Und ganz zum Schluss wäre noch anzumerken, dass man ein Instrument des viralen Marketings wohl nicht über die gleiche Schiene verkaufen kann wie die Produkte, die man durch die selben absetzt. Basicthinking war ein High-Tech-Blog und hier wurden eben technische Dinge abgesetzt. Der Kunde für diese Marketingkonzepte ist aber nicht der Kunde der technischen Produkte, die normalerweise in dem Blog vorgestellt wurden. Oder anders: Die Kunden der Dove-Produkte in dem Beispiel-Film oben sind keine potenziellen Kunden für die Werbeangentur, die diese Kampangne inszenierte.
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— Wolfgang Uhr · Sonntag Januar 18, 2009
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— Besim Karadeniz · Jan 18, 23:42 · #
Es gab tatsächlich Leute, die glaubten, dass Basic Thinking millionenschwer hätte sein können? Erstaunlich, wie doch einige Leute die deutsche Blogosphäre derartig krass überschätzen können.
— Diane · Jan 19, 02:48 · #
>>Interessant ist: Solche Entscheidungshilfen erwartet der potenzielle “Kunde” eines 50.000 Euro-Produktes absolut unentgeltlich. In einem darauf folgenden Thread Wie kann man eigentlich WEB-2.0-Leistungen vermarkten? durfte ich dann den Wert meiner Leistung erfahren, wobei mich das noch nicht einmal wirklich geschockt hat. Geschockt hat mich eigentlich eher die Tatsache, dass wir mit anderen Argumenten ggf. eine Entscheidung für den Kauf hätten herbeiführen können.>>
Ich würde nicht sagen “erwartet”, Wolfgang – man sollte eben nicht zu freigiebig mit Infos sein im Web, das verleitet allerdings leicht dazu ;) Beratung nur für money :) oder Du machst Ehrenamt so wie ich – aber für soziale Angelegenheiten :D
In der Geschwindigkeit der Zeit im Web allerdings ein heikles Unterfangen …. in diesem Falle des R.B.
Und da sagst Du was mit Last-Minute-Gebot – ich habe die da nicht verfolgt – das geht, glaube ich zeitlich … aber so machen geviewte Käufer das dort. :) Ich würde auch keine wirklich lukrativen Sachen da verkaufen oder die Einstell-Summe muss hoch sein, dann ist sie für die meisten aber zu hoch oder uninteressant und man hat die Unkosten für Einstellgebühr.
Alles in allem eine Aufsehen erregende Action – und ich glaube, hauptsächlich darauf kommt es dabei an :D
Gute Nacht :)
Diane
— wolfgang · Jan 19, 09:48 · #
Besim so wie ich das verstanden habe, haben die das nur in Verbindung mit Ebay geglaubt. Hätte eine Versteigerung auf einer anderen Plattform stattgefunden, dann hätten die Mitgeboten. Die haben Ebay mit Millionen in Verbindung gebracht.
Und Diane einmal war für mich die Zeit zu kurz um überhaupt eine abschließende zusammenfassende Aussage über den Blog machen zu können und zum anderen bekam ich die relevanten Informationen für das Schlussresume erst im Gespräch mit Robert, bzw. im Gespräch mit anderen auf dem gleichen Treffen.
Und ob ich dann diese Infos in einer Forendiskussion verschenkt hätte, da wäre ich mir dann auch nicht so sicher.
— Karl · Jan 28, 16:33 · #
Man merkt schon einigen Bloggern an, wie sehr sie den Wert des Bloggens an sich und damit auch den des #1 Blogs überschätzen. Dabei gibt es außerhalb von Internetagenturen und der Bloggerszene selbst WEIT mehr Menschen, die noch nie von Robert Basic bzw. seinem Blog gehört haben, als andersrum. Wäre interessant zu wissen, was Robert selbst über den, im Vergleich zum Jahreseinkommen des Blogs von ca. 30.000 Euro, geringen Betrag denkt.
— wolfgang · Jan 28, 19:08 · #
Nun Karl es gibt sogar innerhalb der Bloggerszene leute die Robert Basic nicht kennen und die sogenannten Blogcharts, die habe ich erst dabei überhaupt kennengelernt. Dieser Blog hat im Monat über 2.500 Besucher und das sind keineswegs alles Blogger.
Und was Robert Basic denkt? Ich denke, dass er froh ist, dass er den Job los ist. Wie heißt es immer? Eine Kuh macht Muh und viele Kühe machen Mühe. Es ist eine Sache gelegentlich mal was zu posten und auf einen langsamen Linkaufbau der Seite zu setzen und beizeiten Adsense reinzutun, es ist eine andere Sache jeden Tag 6,5 Beiträge zu schreiben mit denen man pro Tag 8 neue Links auf den eigenen Blog generieren muss, damit man in diesen Blog-Charts nach oben kommt. Für die 30.000 Euro muss er nun nicht mehr arbeiten, die Anderen für die 37.000 Euro im Jahr schon.